Die Rheinschlucht digital erleben, verstehen und bewahren.
Vor rund 9'500 Jahren formte der grösste Bergsturz der Alpen die Rheinschlucht. Jetzt erhält sie ihren digitalen Zwilling. Eine hochauflösende Multisensor-Helikopterbefliegung erfasst die ganze Rheinschlucht als präzise, dauerhafte Datenbasis für Tourismus, Besucherlenkung, Naturschutz, Monitoring, Unterhalt, Planung und Forschung.
Eine Befliegung, ein einheitlicher Datensatz, viele Anwendungen.
Vor rund 9'500 Jahren stürzten zwischen Flimserstein und Piz Grisch fast zehn Kubikkilometer Fels zu Tal, rund tausendmal mehr als beim Bergsturz von Blatten im Jahr 2025. Seither sägt sich der Vorderrhein durch die Schuttmassen und hat den gewachsenen Fels bis heute nicht erreicht.
So entstand die Rheinschlucht, rätoromanisch Ruinaulta oder «hohe Geröllhalde», international bekannt als «Swiss Grand Canyon». Bis zu 350 Meter hohe, blendend weisse Kalkwände säumen die rund 13 Kilometer lange Rheinschlucht, durch die sich der Rhein über 22 Kilometer windet, eingebettet zwischen dem UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona im Norden und dem Naturpark Beverin im Süden. Eine Landschaft, die es so kein zweites Mal gibt, umwerfend schön und in ständiger Veränderung.
Quellen: Bundesinventar BLN, Objekt 1902 «Ruinaulta» (BAFU) · Faktenblatt «Ruinaulta», Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden (2019) · Verein Rheinschlucht · Präzisionsdatierung publiziert 2024 (UNESCO-Welterbe-Region Sardona)
Kaum eine Landschaft der Schweiz trägt so viele Auszeichnungen. Die Rheinschlucht wurde bereits 1977 als eines der ersten Objekte ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgenommen, ihre Auen sind seit 2017 national geschützt, und im Smaragd-Netzwerk des Europarats, dem europäischen Verbund besonders wertvoller Lebensräume, zählt sie zu den nur 37 Gebieten der Schweiz.
Wie ernst dieser Lebensraum genommen wird, zeigte das Bundesgericht im Jahr 2020, als es einen geplanten durchgehenden Wanderweg stoppte, um den Flussuferläufer zu schützen.1 Der letzte unerschlossene Abschnitt der Rheinschlucht bleibt seither bewusst der Natur überlassen.
Zugleich lebt eine ganze Region von der Rheinschlucht. Wandern, Biken, Wassersport und die Bahn machen sie zum Herzstück des Tourismus zwischen Surselva, Safiental und Imboden.
Allein die kantonale Zählstelle bei Versam registriert rund 30'000 Wandernde pro Jahr2, und sie erfasst nur einen einzigen Wegpunkt der weitläufigen Rheinschlucht. Insgesamt wird sie jedes Jahr von rund hunderttausend Menschen besucht, mit steigender Tendenz.3
Über zehn signalisierte Routen, sieben Aussichtsplattformen wie Il Spir und die 105 Meter lange Hängebrücke bei Trin erschliessen die Rheinschlucht und ihre Umgebung zu Fuss.4
Die Mountainbike-Route «Rheinschluchttour» führt einmal rund um die ganze Rheinschlucht. Dazu kommen weitere signalisierte Bike-Routen und der E-Bike-Kulinarik-Trail durch die Region.4
Seit 1982 wird auf dem Vorderrhein geraftet. Die rund 20 Kilometer von Ilanz nach Reichenau gelten als eine der faszinierendsten Wildwasserstrecken Europas.
Seit 1903 ist die Rhätische Bahn (RhB) praktisch der einzige Zugang zur Rheinschlucht. Auch der Glacier Express und der Erlebniszug mit offenen Wagen fahren hindurch.
2 Zähldaten des Tiefbauamts Graubünden, Zählstelle Versam, publiziert im
Jahresbericht 2023 des Vereins Rheinschlucht
(31'779 Wandernde im Jahr 2022, 29'405 im Jahr 2023)
3 Herleitung aus einer Angabe von
BirdLife Schweiz (2017),
wonach der geplante durchgehende Wanderweg die Besucherzahl auf rund 300'000 pro Jahr
verdreifacht hätte, die kantonalen Zählungen zeigen seit 2019 steigende Frequenzen
4 Broschüre «Natur Monument Rheinschlucht» (2025) des Vereins Rheinschlucht
Die Rheinschlucht gibt und nimmt. Sie ist eine geologische Baustelle in Echtzeit, und sie verändert sich schneller, als wir sie dokumentieren.
Felsstürze und Murgänge trafen die Bahnlinie in den Jahren 2007, 2011 und 2020. Seit 2022 schützt die Steinschlaggalerie «Aulta» den exponiertesten Abschnitt, und der Klimawandel beschleunigt die Dynamik weiter.
Die Besucherzahlen steigen seit 2019 messbar5, und rund jeder zehnte Gast hält sich nicht an die Schutzregeln.6 Ranger, Schutzzonen und Besucherlenkung sind zur Daueraufgabe geworden.
Landesweite Geodaten bilden die senkrechten Felswände kaum ab und liefern keinen einheitlichen Zeitstand. Wer Veränderung messen will, braucht eine präzise Ausgangsbasis, und je früher sie entsteht, desto wertvoller wird sie.
Wer diese Landschaft heute präzise dokumentiert, schafft die Grundlage, um sie zu verstehen, zu vermitteln und zu bewahren. Genau das leistet Ruinaulta Digital.
5 Zähldaten des Tiefbauamts Graubünden, publiziert im
Jahresbericht 2023 des Vereins Rheinschlucht
6 BirdLife Schweiz, Angabe zur Rheinschlucht (2017)
Eine Multisensor-Helikopterbefliegung erfasst die gesamte Rheinschlucht in einem einzigen, kurzen und berührungslosen Einsatz, mit hochauflösenden Senkrecht- und Schrägbildern sowie luftgestütztem Laserscanning (Light Detection and Ranging, LiDAR).
Geflogen wird im September 2026, nach der Brutzeit, bei gutem Licht und tiefem Wasserstand, abgestimmt mit den zuständigen Fachstellen. Die Kombination aus LiDAR und Schrägaufnahmen erfasst auch die steilen Felswände und Schluchtflanken, die in landesweiten Datensätzen fehlen. Eine koordinierte Befliegung ersetzt viele Einzelflüge von Bahn, Tourismus, Gemeinden und Forschung und minimiert so die Störung der Natur.
Der Vorsprung. Geotrend beflog die Rheinschlucht bereits im Jahr 2018. Die damals entstandene Punktwolke mit über 750 Millionen Punkten ist bis heute öffentlich einsehbar und wird zum Vergleichszustand. Veränderung wird damit erstmals messbar. Mit Wiederholungsbefliegungen wächst der Zwilling zu einem 4D-Modell, einem digitalen Landschaftsgedächtnis der Rheinschlucht.
Aus einem einzigen Flug entstehen alle Kernprodukte des digitalen Zwillings. Sie werden in den gängigen Formaten aufbereitet und lassen sich direkt in Fachapplikationen nutzen.
Eine hochauflösende, verzerrungsfreie und georeferenzierte Bildkarte der ganzen Rheinschlucht.
Digitale Modelle von Gelände und Oberfläche als Grundlage für Analyse und Planung.
Präzise 3D-Geometrie von Gelände, Fels und Vegetation, auch unter Bäumen und an steilen Wänden.
Eine dichte, eingefärbte Punktwolke, berechnet aus den Bildern der Befliegung.
Ein realitätsnahes Landschaftsmodell für Visualisierung, Planung und Vermittlung.
Immersive, fotorealistische 3D-Szenen, die direkt im Browser laufen.
Abgabe auf Antrag in Expertenformaten, mit einfacher, transparenter Nutzungsregelung. Für Forschung und Lehre sowie im Ereignisfall kostenfrei. Die Rechte an den Daten bleiben bei Geotrend.
Das sichtbare Herzstück des Projekts ist ein 3D-Webviewer, den Geotrend als Eigenleistung entwickelt, veröffentlicht und hostet. Er macht den digitalen Zwilling für die Bevölkerung, die Gäste und die Partner der Region erlebbar, ohne Installation und ohne Spezialsoftware.
Die Szene beschränkt sich dabei nicht auf den Befliegungsperimeter. Auf Basis von swisstopo-Daten entsteht ein grossflächiges Terrainmodell inklusive Gebäudemodellen, in das die hochaufgelösten Kernprodukte der Rheinschlucht eingebettet werden. So zeigt der Viewer die ganze Tourismusregion rund um die Rheinschlucht, von den umliegenden Dörfern bis zu den Bergen und Skigebieten, und ermöglicht die Einbettung verschiedenster Inhalte sowie eine spätere Erweiterung des Gebiets.
Geotrend beflog die Rheinschlucht bereits im Jahr 2018 und wertete daraus eine Punktwolke mit über 750 Millionen Punkten aus. Die folgenden Ansichten zeigen diese Punktwolke, eingebettet in das Terrainmodell von swisstopo. Die beiden letzten Bilder zeigen die swisstopo-Daten mit überlagerten Wander- und Velowegen und geben einen Eindruck davon, wie sich zusätzliche Inhalte in die Szene legen lassen.
Die Punktwolke von 2018 lässt sich schon heute selber erkunden. Sie ist auf einem Drittportal öffentlich einsehbar und kann dort frei im Browser gedreht und gezoomt werden. Für die neue Befliegung wird sie zum Vergleichszustand, damit wird Veränderung erstmals messbar. Mit künftigen Wiederholungsbefliegungen wächst der Zwilling zu einem 4D-Modell, einem digitalen Landschaftsgedächtnis der Rheinschlucht.
Punktwolke 2018 öffnenDer digitale Zwilling ist als gemeinsame Datenbasis gedacht, die jede Gruppe für ihre eigenen Zwecke nutzen kann.
Ein digitales Erlebnis als neues Schaufenster der Region, exklusiver Bild- und 3D-Content für die Vermarktung sowie Besucherlenkung über Routen, Points of Interest und Aussichtspunkte.
Eine präzise Ausgangsbasis für das Monitoring von Fels und Steinschlag entlang der Strecke, die Dokumentation der Verkehrsanlagen und immersiver Content wie eine virtuelle Fahrt durch die Rheinschlucht.
Einheitliche, präzise Geodaten für Planung, Bauvorhaben und Naturgefahren. Alle Daten werden in den gängigen Formaten aufbereitet und lassen sich direkt in bestehenden Fachapplikationen nutzen.
Ein Referenzdatensatz zum grössten Bergsturz der Alpen und zur Talentwicklung, als Grundlage für Monitoring, Lehre und Publikationen. Für Forschung und Lehre ist die Datenabgabe kostenfrei.
Eine Datengrundlage für die naturverträgliche Besucherlenkung und die Dokumentation der Auenlandschaft und sensibler Lebensräume, ganz ohne Betreten des Geländes.
Ein frei zugänglicher 3D-Viewer für alle, anschauliche Inhalte für Schulen und Bildungsangebote sowie ein digitales Gedächtnis der Landschaft für kommende Generationen.
Die genannten Organisationen und Gruppen werden zurzeit als Partner für das Projekt beworben.
Phase 1 schafft als Grundprojekt die Basis, Phase 2 baut modular darauf auf, und weitere Ideen lassen sich auch darüber hinaus realisieren.
Die Multisensor-Befliegung erfasst die ganze Rheinschlucht, danach folgen Prozessierung und Qualitätssicherung. Es entstehen die Kernprodukte, der frei zugängliche 3D-Viewer und die Bereitstellung der Daten.
Frei kombinierbare Module erweitern den Zwilling: Zusätzliche Webviewer-Inhalte, die Ruinaulta 3D Experience, Monitoring und Veränderungsanalysen sowie Detailscans und Perimeter-Erweiterungen. Jede Partnergruppe finanziert die Module, die sie nutzt.
Ein offener Ideenraum rund um Erlebnis und Vermittlung. Denkbar sind ein Besucherzentrum, VR-Anwendungen für den Flug durch die Rheinschlucht, Beamerinstallationen und begehbare Projektionsräume für Gruppen, interaktive Touchtische sowie Ausstellungen und Messeauftritte.
Als Sponsorin oder Sponsor unterstützen Sie beides, das Projekt und die Rheinschlucht selbst. Ihr Beitrag macht den digitalen Zwilling möglich. Sie helfen, die bedrohte Flora und Fauna zu schützen. Sie tragen dazu bei, ein Ausflugsziel zu erhalten, das Jahr für Jahr rund hunderttausend Menschen bewegt.7 Und Sie verbinden Ihren Namen mit einem innovativen Leuchtturmprojekt für die Region.
Der Sinn von Ruinaulta Digital liegt in der Dokumentation, der Sichtbarkeit und der Erhaltung der Rheinschlucht. An diesem Zweck orientieren sich alle Entscheide, vom Ausbau der Module bis zur Verwendung der Sponsorengelder, die auch dem Natur- und Artenschutz in der Rheinschlucht zugutekommen können.
Präsenz in einem einzigartigen Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus.
Fotorealistische Szenen und Bildmaterial des Swiss Grand Canyon für die eigene Kommunikation.
Hochpräzise Datenprodukte für die interne Nutzung, mit dauerhaftem Anspruch auf die Produkte der mitfinanzierten Befliegung.
Ihr Logo auf der Projektwebseite und im frei zugänglichen 3D-Viewer, vom Hauptsponsor bis zum lokalen Gewerbe.
Das Sponsoring umfasst fünf Levels, vom Hauptsponsoring bis zum einfachen Supporter-Beitrag, der auch Privatpersonen und Vereinen offensteht. Massgebend für das Level ist die Höhe des Beitrags. Die Einzelheiten besprechen wir gerne im persönlichen Gespräch.
Die Leistungen gelten mit der Veröffentlichung des Webviewers und der Abgabe der Produkte als erbracht. Darüber hinaus bleiben die Sponsoren dauerhaft aufgeführt, auch nach späteren Befliegungen fällt niemand aus der Liste. Sie wird chronologisch geführt, die Sponsoren der neusten Befliegung stehen zuoberst. Ebenso bleibt der Anspruch auf die Produkte der mitfinanzierten Befliegung dauerhaft bestehen.
Technologiepartner, die Werkzeuge oder Software für das Projekt beisteuern, werden in der Sponsorenliste auf der Webseite und im 3D-Viewer nach dem Level Bronze aufgeführt.
7 Herleitung aus einer Angabe von BirdLife Schweiz (2017) und den kantonalen Zähldaten, die Einzelheiten stehen im Abschnitt «Ausflugsziel»
Initiiert und umgesetzt wird Ruinaulta Digital von der Geotrend GmbH, einem Schweizer Familienbetrieb für hochpräzise, luftgestützte Vermessung mit Standorten in Kriens und Chur. Seit den 1990er-Jahren werden Vermessungseinsätze mit dem Helikopter geflogen, heute in der zweiten Generation.
Die Familienmitglieder sind Bürger von Tamins und dort aufgewachsen, die Rheinschlucht ist für sie ein Stück Heimat. Mit diesem Projekt möchten sie der Region etwas zurückgeben.
«Die Rheinschlucht verändert sich jedes Jahr. Im digitalen Zwilling lässt sie sich in 3D begehen, und jede Veränderung wird sichtbar und messbar.»